… Es folgen ein paar Gedanken von mir zur Emanzipation und Gleichberechtigung der Geschlechter … Ein Thema, dass ich neulich schonmal angerissen hatte, allerdings eigentlich in einem anderen Zusammenhang. Eins aber vorweg: ich bin definitiv kein Gegner der Emanzipation, im Gegenteil: die Emanzipation war und ist notwendig und gut. Ich hoffe, damit habe ich die erstmal ersten potentiellen Drohbriefe und Hasstiraden abgewendet …
Also, ich denke mal, dem Titel ist eindeutig meine Einschätzung der Gleichberechtigung bei uns zu entnehmen – Warum also ungleich? Sind nicht Frauen und Männer bei uns per Gesetz gleichberechtigt? – Doch, natürlich, das sind sie. Das kann man nicht leugnen und ich will es auch nicht. Nun jedoch das große „Aber“: Meiner Meinung nach hat der Kampf der Emanzipationsbewegung heute einige Folgen, die vielleicht gar nicht so beabsichtigt waren. Man ist, um es mal so zu sagen, ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen. Ich weiß, dass ich jetzt maßlos übertreibe und polemisiere, aber ich bin einfach mal so frei: Wir befinden uns genaugenommen auf bestem Wege zu einer von Frauen dominierten Gesellschaft, in der nicht mehr die Männer das „starke Geschlecht“ sind, sondern die Frauen. Nun, warum also?
Man braucht nur einmal einen Blick auf die Landesregierung Schleswig-Holsteins zu werfen, was gerade mich als Landeskind doch sehr betrübt macht … Ich erlaube mir mal aus den im Internet veröffentlichten Stellenangeboten der Landesbehörden zu zitieren:
„… Die Landesregierung ist bestrebt, ein Gleichgewicht zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten in der Landesverwaltung zu erreichen. Frauen werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt …“
Soso, Frauen werden also bevorzugt eingestellt, damit das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Verwaltung ausgeglichen ist. Okay, vielleicht nicht gerade falsch. Ausgleich ist doch immer gut, oder? Dann gibts irgendwann gar keine Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern mehr – Eben. Und gerade deswegen halte ich diese Praxis bei der Einstellung doch für sehr fragwürdig. Ist es Gleichberechtigung, wenn Frauen bevorzugt und Männer damit benachteiligt werden? Vielleicht stimmt da ja was mit meiner Wahrnehmung nicht, aber für mich ist das definitiv nicht so.

Nun kann man sagen: Ach, so ein Einzelfall zeigt doch noch gar nichts – Stimmt, daher kommt jetzt mein nächstes Beispiel: Vielleicht beschäftigt sich der eine oder andere von Euch ja ab und zu mit den Programmen und Satzungen der deutschen Parteien. So gibt es zum Beispiel bei den Grünen eine Frauenquote, die besagt, dass mindestens 50% der Kandidaten auf den Wahllisten Frauen sein müssen. Ebenso wird das Rederecht bei Veranstaltungen der Grünen quotiert: Auch hier bekommen Frauen mindestens die Hälfte der Redezeit. Wohlgemerkt, hier handelt es sich um eine Frauenquote, nicht um eine Geschlechterquote, die Männer und Frauen berücksichtigt, und die etwa bei der SPD angewandt wird. Auch forderte die GAL, also die Grünen in Hamburg, jüngst im Bürgerschaftswahlkampf, die Hälfte der Sitze in den Vorständen von Unternehmen an Frauen zu vergeben. Ist das Gleichberechtigung? – Nein. Es wirkt einer wirklichen Gleichberechtigung entgegen. Wir werden erst dann wirkliche Gleichberechtigung haben, wenn wir keinen Unterschied mehr zwischen Mann und Frau machen. So, wie die Grünen es mittlerweile praktizieren, löst einfach ein ungleiches Prinzip ein anderes ab …
Nun würde ich mal prophezeien, dass Ihr, wenn Ihr Euch mal umseht, noch viele weitere Beispiele finden werdet, die meine These, beziehungsweise ihren Kern, dass wir es mittlerweile mit einer Über-Emanzipation zu tun haben, die Männer diskriminiert, belegen. Angesichts der Tatsache, dass Überzeugungen, wie sie früher nur von Randgruppen propagiert wurden, mittlerweile Einzug in die Regierungen gefunden haben, halte ich zwar noch in der Form für nicht akut beängstigend, aber doch für bedenklich. Denn die Tendenz, die uns meilenweit weg von unserem eigentlichen Ziel einer wirklich gleichen Gesellschaft führt, ist doch nicht zu übersehen … Denkt mal drüber nach …
PS: Ach übrigens, habt Ihr schon das aktuelle Spiegel Special im Zeitungsladen gesehen? – Es trägt den vielsagenden Titel „Das starke Geschlecht – Was Frauen erfolgreich macht“. Hm, was hatte ich nochmal am Anfang diese Textes gesagt? Naja, wir wollen mal nichts überstürzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt …