Archiv für Februar 2008

Was ist „konservativ“?

27Februar2008

Es kommt oft genug vor, dass ich mir Gedanken über Politik und politische Theorien mache. Dabei überlege ich auch häufig, inwieweit unser Schubladendenken und unsere vereinfachende Einordnung von politischen Positionen in plakativ betitelte Bereiche sinnvoll ist. Insbesondere finde ich den Gebrauch des Prädikats „konservativ“ unpräzise und teilweise sogar inflationär. Dazu möchte ich Euch ein kleines Zitat des US-amerikanischen Journalisten Ambrose Pierce (1842-1914) als Aufmacher geben.

„Radikalismus: der Konservativismus von morgen als Injektion in die Angelegenheiten von heute.“

Meiner persönlichen Interpretation nach sagt Pierce damit, dass Konservativismus zeitbezogen ist, man also nicht von „der“ generellen konservativen Einstellung sprechen kann. Nun finde ich allerdings, dass auch Pierce, obwohl er etwas zentrales und wichtiges sagt, zu kurz greift. Ich stimme Pierce zwar in dem Punkt mit der zeitbezogenen Komponente zwar voll und ganz zu, aber er scheint dennoch der Auffassung zu sein, dass man immerhin von „dem“ Konservativismus sprechen kann. Ich hingegen denke, dass Konservativismus ein dualer Begriff ist. Es gibt sowohl politischen Konservativismus als auch Werte-Konservativismus. Ersterer setzt sich für die Beibehaltung der aktuellen politischen Verhältnisse ein, letzterer propagiert traditionelle moralische Ansichten.

Dass zwischen beidem ein wirklicher Unterschied besteht, möchte ich an einem Beispiel deutlich machen. Ich persönlich halte zum Beispiel große Teile der Grünen, nämlich den emanzipatorischen Flügel, für politisch konservativ, da er die entsprechenden Ansichten in Zeiten, in denen wir eigentlich ein Frauen und Männer gleichberechtigendes Recht haben, vehement propagiert und verteidigt. Er setzt sich für die Sicherung der jetzigen Verhältnisse ein. Dennoch kann man den emanzipatorischen Flügel der Grünen nicht als wertkonservativ bezeichnen, da seine Überzeugungen noch mitnichten als traditionell anzusehen sind. Allerdings wird man sie vielleicht wiederum in 50 Jahren traditionell nennen, wenn die jetzige gleichberechtigende Auffassung von Mann und Frau fest in das Bewusstsein der Gesellschaft eingegangen ist, sich die Bedeutung von „traditionell“ in diesem Bereich also geändert hat.

Nun wäre ich sehr gespannt, ob Ihr das genauso seht wie ich oder eben anders …

Der menschliche Makel

26Februar2008

Habt Ihr Euch schonmal über Euer Dasein auf Erden Gedanken gemacht? – Sicher habt Ihr das, Ihr tut es dauernd, aber wahrscheinlich in der Regel nur oberflächlich … Was ich meine ist das Dasein des Menschen auf der Erde an sich. Und eine Frage, die sich da bei mir immer fast gleichzeitig stellt, ist, was der Mensch der Erde und auch der Natur eigentlich bringt …

Hm. Wenn man diese Frage beantworten soll, ist man erstmal perplex. Denn der Mensch, also defacto wir, ist es nicht gewohnt, sein Tun zu hinterfragen und es gegebenenfalls sogar infrage zu stellen. Wieso sollte er auch? Er kontrolliert ja auch nahezu die gesamte Flora und Fauna, weil er ja die sogenannte „Krone der Schöpfung“ (über diesen Ausdruck lässt sich ja meiner Ansicht nach auch heftig streiten …) ist und hat es nicht nötig, sich vor irgendwem zu rechtfertigen. Gut, dass wir diese Frage nicht so einfach beantworten können, mag auch damit zu tun haben, dass man nicht wirklich sagen kann, dass Lebewesen zu irgendetwas „da sind“, weil sie ja nicht planmäßig zu einem bestimmten Zweck erschaffen worden, sondern ganz einfach ein Produkt der Evolution sind …

Also, stellen wir die Frage um! Ist es denn vielleicht so, dass der Mensch der Natur sogar schadet? Darüber lässt sich nämlich sehr wohl reden. Wenn man mit seinem Tun das Ökosystem und den natürlichen Lauf der Dinge schädigt, dann ist man für die Natur und damit für die Erde sicher nicht förderlich, im Gegenteil: man ist ein Störfaktor, der schlecht ist und eigentlich nicht da sein sollte, um das mal ganz vereinfacht auszudrücken … Nun, trifft das nun vielleicht angesichts von anthropogenem Treibhauseffekt und ebenfalls anthropogenem Klimawandel und genauso anthropogenem Artensterben ganz genau auf uns, den Menschen, zu? Definitiv ja, würde ich sagen. Wir sind schlecht für die Natur und eigentlich eine permanente Gefahr. Wir sind wohl einfach zu schlau. Denn durch unsere übermäßige Intelligenz war es uns erst möglich, all die fatalen Erfindungen zu erdenken, die heute beispielsweise maßgeblich für den Klimawandel sind, oder dadurch haben wir es geschafft, uns nahezu alle anderen Lebewesen der Erde untertan zu machen. Natürlich mag es seltsam erscheinen, zu sagen, der Mensch sei „zu schlau“, wo doch in unserem Alltag eigentlich immer das Gegenteil behauptet wird – Aber das sind andere Relationen: ein Mensch mag vielleicht zu dumm für die Bildungsbürgergesellschaft sein, aber gleichzeitig ist er doch immernoch zu schlau für unsere Erde.

So, was will ich jetzt damit sagen? Dass wir uns alle kollektiv selbst umbringen sollten, um der Natur unser Fehlverhalten von nun an zu ersparen? – Nein. Wer will das schon? Wir wären auch viel zu egoistisch und zu sehr in unserer Alltagswelt gefangen, um das zu tun. Was ich will, ist einfach, zum Nachdenken anzuregen und darauf aufmerksam zu machen, dass wir Menschen auch eine Verantwortung gegenüber der Natur und der Erde, auf der wir leben, haben. Wir sollten dieses kostenlose Wohnumfeld nicht so leichtfertig schädigen und damit auf lange Sicht verspielen. Wir haben nur diese eine Erde. So intelligent sind wir dann doch nicht, dass wir uns ganz einfach eine neue basteln könnten … Tja, das wollte ich einfach mal gesagt haben. Vielleicht könnt Ihr das, was ich gesagt habe, ja nachvollziehen …

… Bis bald …

Kant’sche Aufklärung und was sie uns angeht …

25Februar2008

Kant’sche Aufklärung … „Was war damit noch?“, denkt wahrscheinlich der eine oder andere jetzt,“Da war doch irgend son bekannter Text …“ – Ganz genau. „Was ist Aufklärung?“ nämlich. Diesen Text dürften wohl einige irgendwann mal im Deutsch- oder Philosophieunterricht behandelt haben. Eine Art Klassiker also. Und was war noch das altbekannte Problem mit Klassikern? – Richtig, sie sind in der Mehrzahl antiquiert und man ist geneigt, sie am liebsten in der Mottenkiste verschwinden zu lassen. Oder? Diese fixe Idee habe ich jedenfalls manchmal … Ja, warum schreibe ich denn jetzt aber überhaupt darüber, wenn Klassiker uns doch nichts mehr zu sagen haben? – Das ist der Punkt: Sie haben es nämlich. Nun ja, manche vielleicht mehr als andere, um das mal ein bisschen zu relativieren …

Aber nun zum Eigentlichen: Kants Aufsatz „Was ist Aufklärung?“ beschäftigt sich (… zum Einen natürlich mit der titelgebenden Frage, aber eben nicht nur …) irgendwann damit, wie man den „Mündigkeitsstatus“ (den Begriff habe ich mir gerade selbst ausgedacht, aber ich finde er passt) großer Teile der Gesellschaft einstufen soll. Kant findet nämlich, dass diese größtenteils unmündig sind und sich nicht selbst ihres Verstandes bemächtigen. Also nicht von sich aus ihren Kopf benutzen und nachdenken. Eigentlich eine fatale Einschätzung, der Bevölkerung in der Mehrheit ihre geistige Mündigkeit abzusprechen. Aber Kant hat dennoch wohl nicht unrecht, wenn man die zeitlichen Umstände berücksichtigt … Nun und was jetzt? Wo bleibt der Bezug zur heutigen Zeit? – Der kommt jetzt. Denn heute sind die Verhältnisse mitnichten völlig anders, wie man vielleicht vorschnell denken könnte. Wir leben in Zeiten zunehmenden politschen Desinteresses und Freizeitvergnügungen locken uns mehr als Wissenschaft und Staatsangelegenheiten. Das ist wohl auch nachvollziehbar, denn es ist ja viel bequemer, die ernsten Dinge des Lebens völlig auszuklammern, sich selbst zurückzulegen und andere für sich die „Unannehmlichkeiten“ des Staates etc. erledigen zu lassen. So denken viele heutzutage – leider. Aber ist das gut? Gut für die Allgemeinheit? – Kurz gedacht wohl schon: man selbst muss sich nicht mit Problemen belasten und hat Zeit für die angenehmen Seiten des Leben, wie oben schon genannt. Aber wenn man in größeren Zusammenhängen denkt, sicher nicht. Denn man muss sich die potentiellen Folgen des Desinteresses vor Augen führen. Wie leicht kann doch beispielsweise ein skrupelloser Machtpolitiker in einer Gesellschaft, der die Politik sonstwo vorbei geht, Fuß im Staat fassen und fast ganz ohne Gegenwehr walten wie er will. Und schon ist die potentiell vom Gesetz her vorhandene Mündigkeit des Bürgers einkassiert. Man stelle sich das mal überspitzt aber konkret vor: Ein Agitator-Typ namens „Hilter“ kommt vorbei (Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen könnten durchaus beabsichtigt sein), mobilisiert seine tumbe Meute, die zwar eigentlich ebenso unmündig wie der Rest der Bevölkerung ist, mit dem Unterschied, dass sie das aktive Wahlrecht wirklich nutzt, wird zum Regierungschef mit überwältigender Mehrheit und baut munter die Bürgerrechte ab – ohne das jemand groß Anstoß an seinen Hetzreden und radikalen Positionen genommen hätte und aktiv gegen ihn vorgegangen wäre. Dumm gelaufen. So weit die politische Komponente. Aber ebenso lässt sich das Phänomen auf die Wissenschaft oder auch die Religion übertragen. Einer denkt und stellt vielleicht noch so falsche wissenschaftliche oder religiöse Thesen auf und der Rest ist zu faul, selbst nachzudenken und den absoluten Schwachsinn dieser Thesen zu erkennen und übernimmt diese Thesen stattdessen und macht sie zur eigenen Überzeugung. Das wäre fatal und wir wären plötzlich wieder im geistigen Mittelalter, als die gesamte abendländische Welt unreflektierten religiösen Dogmen hinterherlief und deswegen ordentlich Blut vergossen hat.

Also, das wollen wir wohl nicht. Ich gebe zwar zu, dass meine Beispiele etwas sehr einfach waren und das Problem einfach möglichst plakativ darstellen sollten. Aber das Grundlegende stimmt mit der heutigen Situation überein. Das sehen wir schon daran, dass beispielsweise einem Großteil der Bevölkerung Deutschlands die eigenen Bürgerrechte anscheinend ziemlich egal sind und er sich nicht daran stört, dass ein gewisser (offenbar nicht nur körperlich geschädigter) Herr Schäuble diese nicht unerheblich einschränkt. Daher will ich gerne wie Herr Kant annodazumal fordern: „Sapere aude!“

… Und damit ist Schluss für heute …

Wahlerfolg für alle!

24Februar2008

Es ist schon seltsam, was man manchmal so zu hören kriegt … Schön zu sehen in diesem Fall bei der heutigen Wahl zur Hamburger Bürgerschaft. Wahlen sind ja sowieso immer eine Sache für sich. Da hat man ja zum Beispiel häufiger mal das Gefühl, dass gewisse Politiker alles, was sie vor der Wahl gesagt haben, ganz plötzlich vergessen haben und nichts so ist, wie vorher. Es scheint so, als ob sie eine spontane Erleuchtung gehabt hätten, die sie alles in einem anderen – und meist genau entgegengesetzten – Licht sehen lässt. Gut, bevor mir hier akute Naivität vorgeworfen wird, sollte ich wohl darauf hinweisen, dass ich natürlich weiß, dass dem nicht wirklich so ist. Aber der Eindruck drängt sich einem doch unfreiwillig auf. Nun war ich aber gerade heute ganz besonders verwundert …

Da schalte ich doch nichtsahnend den Fernseher an und schon flimmert mir das wohlbekannte Bild der Tagesschau entgegen. Marc Bator, der Schwiegermutters-Liebling-Typ (Dabei fällt mir gerade ein: gehts Euch auch so, dass mit einem Nachrichtensprecher nie richtig zufrieden seid, also in dem Sinne, dass Euch etwas an ihm oder auch ihr stört? Klingt wohl ein bisschen seltsam, schon klar. Aber ist nunmal bei mir so … Naja, was mich an Herrn Bator stört, könnt Ihr Euch jetzt wohl denken …) verkündet gerade die vorläufigen, wenn auch nur auf Stichproben beruhenden, Ergebnisse der Bürgerschaftswahl und gibt nach dem üblichen Wesentlichen noch zusätzlich Erhellendes bekannt: „Alle Parteien sehen das Ergebnis der Hamburg-Wahl als Erfolg“ – Aha. Interessant. Schön eigentlich, alle sind zufrieden, möchte man meinen. Jaja, klingt gut – die Betonung liegt auf „klingt“. Denn der Satz wird bei genauerer Betrachtung erstaunlich sinnfrei. Und zwar in zweierlei Hinsicht – Erstens, um damit mal zu den konkreten Ergebnissen zu kommen: die CDU hat so einige Prozent verloren. Klar, nun kann man natürlich sagen: Die CDU ist aber nichtsdestotrotz nachwievor die stärkste Kraft. Ja, stimmt schon. Aber ist das nicht ein zweifelhafter Sieg, wenn man in der Wählergunst deutlich an Zustimmung verliert? Ich denke schon. Auch die Grünen haben merklich verloren. Immerhin mehr als zwei Prozent, was in den Verhältnissen einer kleineren Partei schon gewichtig ist. Gleichwohl gibt es aber auch Parteien, die ein wirklich erfolgreiches Ergebnis eingefahren haben. Beispielsweise die Linke, die zum ersten Mal in der Bürgerschaft vertreten sind. Unter Umständen kann man allerdings auch der SPD einen Erfolg zusprechen. Im Vergleich zur letzten Wahl hat auch sie an Prozenten gewonnen und steht jetzt wieder höher in der Wählergunst. Also schon mal nicht durch die Bank „Erfolge“, wie so wollmundig verkündet … Aber nun – Zweitens: Es kann auch rein rechnerisch gar nicht sein, dass alle Parteien erfolgreich sind, sich also im Ergebnis verbessern – denn nur das würde ich als „Wahlerfolg“ sehen. Wenn eine Partei mehr Stimmen hat als vorher, dann muss eine andere gleichzeitig weniger haben. So ist das mit der Mathematik und so einfach ist das. – Also, vom allgemeinen Erfolg bleibt nicht mehr viel übrig.

Nun muss man sich fragen: Was sagt uns das ganze? Dass unsere Politiker nicht rechnen können? – Vielleicht. – Dass sie, als ihre Wahl-Erleuchtung gehabt haben, ihren gesunden Menschenverstand gleich mit ausgewechselt haben? – Kann, schon sein. Den Anschein macht es jedenfalls manchmal. Aber vielleicht vielleicht kann man die Sache auch differenzierter betrachten. Es macht natürlich auch in den Augen eines Politikers Sinn, eigentliche Niederlagen schönzureden. Man will ja das Beste aus der Situation machen und dem politischen Gegner gleichzeitig keine Gelegenheit geben, die eigene Schwäche auszunutzen. Ist schon verständlich. Aber ist das wirklich vernünftig? Wollen wir so etwas wirklich? Würde nicht vielleicht echte Ehrlichkeit auf den Wähler viel überzeugender wirken als jede noch so geschliffene Beschönigung? Ich denke, dass würde sie. Man müsste es nur mal versuchen. Und daran scheitert es. Die oft genug vorhandene Geltungssucht eines Politikers verbietet es ihm, ehrlich zu sein und Fehler sowie Misserfolge einzugestehen. Und so hilft vielen Politikern wahrscheinlich jeder gut gemeinte Zwischenruf nicht. Sie werden weiter ihr Paradigma vertreten: „Wahlerfolg für alle!“

… Und damit bis zum nächsten Mal …

Ökomanie und Political Correctness

22Februar2008

2007 war ein besonderes Jahr … so seh ich das jedenfalls. Klar irgendwo sind alle Jahre besonders – passiert ja schließlich immer was … mehr oder weniger Weltbewegendes.

Aber nein, ich finde weder, dass 2007 so besonders war, weil bei DSDS dieser emotional-impulsive Schnulz-Barde gewonnen hat … wie war doch gleich sein Name? Mark Medlock? … So kurzlebig können Erinnerungen sein … noch weil „Germany“ jetzt ein rothaariges „Topmodel“ mit Pfannkuchengesicht und der Eloquenz eines Grundschulkindes hat (… wollt meine Meinung dazu nur mal am Rande eingebracht haben). – Nein, das sind wirklich nicht die Dinge, die die Welt bedeuten. Außer vielleicht die der Welt von unbedarften Teenies. Das, was ich meine, ist etwas ganz anderes:

2007 war in meinen Augen das Jahr, in dem ein Großteil der Gesellschaft – und zwar nicht nur der deutschen – erkannt hat, dass der Mensch und sein Leben nicht alles ist. Da gabs wohl auch noch son bisschen was drumrum. So mit Pflanzen und Tieren. Die Umwelt. Eigentlich seltam, dass viele Menschen das lange Zeit relativ konsequent ignorieren konnten. Wie kann man eine Sache ignorieren, die einen permanent umgibt? – Schon ein ziemliches Kunststück …

Plötzlich schien das alles andere als ein Nischenthema, was es mehrere Jahrzehnte davor gewesen war, zu sein. Insbesondere die aktuelle Tragweite des Themas schien von heute auf morgen in aller Munde zu sein. Das Klima und sein potentiell folgenschwerer Wandel. Die Politik stürzte sich auf das Thema und der Großteil des Rests der Welt ebenso. Alles was zum Thema Energie geschrieben wurde, enthielt mindestens ein „regenerative Energien“ pro Satz, eine Reform der Kfz-Steuer dahingehend, die Steuer nach der CO2-Emission zu berechnen, wurde diskutiert und soll jetzt sogar Wirklichkeit werden, der UN-Klimabericht rüttelte die Welt auf, die ach so überrascht die Hände vors Gesicht schlug und sich ob der fatalen Auswirkungen des Klimawandels in vehementer Entrüstung übte, Al Gore, den man sieben Jahre zuvor wegen seiner damals comedy-verdächtigen Klimaziele noch kollektiv ausgelacht hatte, erhielt den Friedensnobelpreis für sein Engagement gegen den Klimawandel und die Live-Earth-Konzerte rühren die Werbetrommel für das „Green Movement“.

„Warum soll man sich nun darüber aufregen?“, könnte man fragen. „Ist doch alles wunderbar, wenn das Thema endlich in den Fokus der Öffentlichkeit rückt!“, möchte man fröhlich ausrufen. Möchte man das? – Nein, lieber nicht. Denn das ganze hat noch deutlich mehr bewegt, als die Sache publik zu machen. Auf einmal wollen alle an der Bewegung teilhaben und zeigen, wie sehr sie selbst sich doch für den Klimaschutz engagieren. Niemand möchte außenvor bleiben und gar als Gegner der Bewegung gelten, kein Unternehmen möchte hintenanstehen, wenn es darum geht, den globalen Hype für die eigenen Interessen zu nutzen. So wird die „Ökomanie“ zur Ökonomie und die Manie dadurch noch manischer. Grün sein und sich für den Erhalt der Umwelt und des Klimas einzusetzen, gilt nun als politisch korrekt. Und alles was man als noch so kleine Gegenstimme deuten könnte, wird damit politisch inkorrekt. Political Correctness ist meiner Ansicht nach nie etwas Gutes. So diktiert sie einem doch in einem gewissen Maße das, was unterstützenswert ist – beziehungsweise vielmehr das, was nach der Mehrheitsmeinung unterstützenswert sein soll. Dabei wären Gegenstimmen in diesem Fall doch durchaus sinnvoll. Ich möchte mit dem, was ich hier schreibe, jetzt keineswegs in den Ver-Ruf geraten, ein Gegner von Klimaschutz etc. zu sein. Ganz im Gegenteil. Aber die übermäßige Begeisterung für das Thema birgt eine große Gefahr in sich. Man wird schnell blind, wenn man sich dem Rausch hingibt. Und insofern wäre es fatal, wenn wir den Blick für die Wirklichkeit und Fakten verlieren und anderer Leute Dogmen über unsere Vernunft siegen ließen. Wir müssen rational denken und so die Lösungen für das Problem Klimawandel herbeiführen. Ansonsten kommen wir vielleicht vom Regen in die Traufe …

Und damit möchte ich schließen. Ich hoffe, mein Auftakt hat Euch gefallen. Bis die Tage …

Ich bin denn mal hier …

20Februar2008

Moin an alle, die sich hierher verirrt haben. Schön, dass Ihr da seid.

Dies hier ist mein Blog … ja, ich weiß – ganz große Überraschung … Ich wollts trotzdem nochmal gesagt haben …

Also … „socblog“ – was soll das sein? Ich will Euch gern die Antwort geben:

Ich als Neublogger eröffne hiermit meinen ersten Blog überhaupt – Gut, war noch keine wirkliche Antwort, geb ich zu. Ihr wollt ja höchstwahrscheinlich wissen, was der Name soll und worüber ich schreiben will. Das kommt jetzt:

Da der Namensbestandteil „blog“ ja wohl keiner weiteren Erklärung bedarf, komme ich am besten gleichen zum anderen Bestandteil. „Soc“ steht für „society“ und demnach – auf deutsch – für Gesellschaft, Gemeinschaft. Sollten militante Anglizismen-Hasser mitlesen, habe ich noch eine weitere Option: Man kann sich den Titel natürlich auch schönreden, indem man „soc“ auf „societas“ zurückführt – Lateiner aufgemerkt. Oder eben alternativ „soc“ für „societé“ für den frankophilen Leser. Bleibt ganz Euch überlassen.

Nachdem wir nun die Namensklärung politisch korrekt auf Randgruppenschutz bedacht abgeschlossen haben, gehts weiter zu dem, was Euch hier erwarten soll – und hoffentlich erwarten wird. Ich will dem Namen nach über die Gesellschaft und alles, was damit zu tun hat. Dies hier wird also kein personal-blog, indem ich mehr oder weniger erhellende Geschichten über mein doch gar nicht mal so spannendes Leben preisgeben werde. Das gleich mal vorweg. Stattdessen werdet Ihr hier aktuelle Kommentare von mir lesen können. Kommentare zu sozialen Problemen, zur aktuellen Lage der Politik, die mir sehr am Herzen liegt, und zu allen anderen Dingen, die im Fokus der Gesellschaft stehen. Dies hier wird ein sozialkritischer, meinungsbasierter, freigeistiger Blog, der zum Denken anregen soll. Angesichts grassierender Politikverdrossenheit unter Jugendlichen und in leider allzu häufig einer Wegseh-Mentalität in der Bevölkerung alles andere als ein unzeitgemäßes Ziel, finde ich.

Ich hoffe, Eure Fragen sind damit fürs Erste geklärt und wenn dem nicht so sein sollte, sagt es einfach. Des Weiteren hoffe ich natürlich sehr, dass ich Euch hier häufiger begrüßen kann und Ihr zu regelmäßigen Lesern meines Blogs werdet. Ich werde mich meinerseits bemühen, möglichst oft neue Beiträge zu posten.

Also, hoffentlich bis bald …